Ergebnisse der wirtschaftspolitischen Umfrage Sommer 2021: Auswertung Arbeitsmarkt

An der diesjährigen „Wirtschaftspolitischen Umfrage Sommer 2021“ haben sich 172 Unternehmen mit rund 23.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten beteiligt. Dies stellt 29,1 % aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse dieser drei Gebietskörperschaften dar. Die Ergebnisse aus dem Bereich Arbeitsmarkt wurden vergangenen Freitag von Vertreter:innen aus den Jobcentern Wilhelmshaven, Wittmund und Friesland sowie dem Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade e. V. der Presse vorgestellt.

Die Wirtschaftspolitische Umfrage Sommer 2021 ist in Kooperation mit dem Wirtschaftsförderkreis
Harlingerland e. V., der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Varel e.V. und dem Arbeitgeber- und
Wirtschaftsverband Jade e. V. entwickelt worden. Der Bereich Arbeitsmarkt ist, wie bereits in den vergangenen Jahren, in Zusammenarbeit mit den Jobcenter Wittmund, Wilhelmshaven und Friesland erstellt worden. Ziel ist es, die jeweiligen Bedürfnisse der Unternehmen an den Arbeitsmarkt zu erfassen, die die Jobcenter als Grundlage für „passgenaue“ Angebote nutzen können.

Die wichtigsten Erkenntnisse der diesjährigen Befragung

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der regionale Arbeitsmarkt sich erholt und robust darstellt, denn trotz der Schwierigkeiten durch die Corona-Pandemie ist in den Verbandsunternehmen des Jade Wirtschaftsraums „nur“ ein geringer geplanter Stellenabbau von 33 Arbeitsplätzen gemeldet worden. Darüber hinaus werden allein von den 172 antwortenden Unternehmen knapp 600 neue Arbeitsplätze geschaffen. Damit ist aber eine große Herausforderung verbunden – nämlich diese offenen Stellen qualifiziert zu besetzen, was die Unternehmen vor zunehmende Probleme stellt.

Beeinträchtigung der Unternehmensentwicklung durch den Fachkräftemangel

Auf die Frage, ob der zunehmende Fachkräftemangel ihre Unternehmensentwicklung nachhaltig beeinträchtigt, haben 41,1% der teilnehmenden Unternehmen aus dem Jade Wirtschaftsraum mit „Nein“ geantwortet. 58,9 % der Unternehmen geben aber an, dass der Fachkräftemangel ihre Entwicklung beeinträchtigt. Im Vergleich zum (54,55 %) ist hier eine Steigerung von fast 5 % zu verzeichnen.

Diese Entwicklung wirkt sich bereits jetzt auf zahlreiche Bereiche aus. Der Fachkräftemangel wird
sich aufgrund des demografischen Wandels und ohne effektives Entgegensteuern in den kommenden Jahren nur noch mehr verschärfen, wie diverse weitere Standortanalysen ebenfalls bestätigen. Ein weiterer Indikator ist die Anzahl der gemeldeten unbesetzten Arbeitsplätze. Insgesamt geben die 172 Unternehmen an, dass aktuell 339 Arbeitsplätze unbesetzt sind. Diese offenen Arbeitsplätze betreffen alle Branchen. Der zunehmende Fachkräftemangel zeigt sich auch an dem Qualifikationsniveau der unbesetzten Stellen, denn die Unternehmen geben mehrheitlich an, dass die offenen Stellen auf Facharbeiter bzw. Expertenniveau liegen.


Auch die Besetzung von Ausbildungsplätzen stellt die Unternehmen zunehmend vor große Probleme.
139 Ausbildungsplätze konnten in diesem Sommer nicht besetzt werden. Davon betroffen sind
Ausbildungsstellen im Handwerk, in der Gastronomie sowie technische Berufe und im kaufmännischen Bereich. Daher würden knapp 62 % der Unternehmen Umschülern aktiv offene Ausbildungsplätze anbieten. Des Weiteren geben ca. 64 % der Unternehmen im Jade Wirtschaftsraum an, dass sie bereit sind, potentiellen Auszubildenden ein Langzeitpraktikum anzubieten.


Um unbesetzte bzw. neu geschaffene Arbeitsplätze auch als Teilzeitarbeitsplätze anbieten zu können, wäre es von Vorteil, wenn potentielle Arbeitskräfte aktiv bei der Arbeitszeitgestaltung mitwirken und sich flexibel zeigen, um passende Arbeitszeitmodelle verwirklichen zu können