Unternehmerreise des AWV: Der zweite Tag – Erster Teil

 

Auch der zweite Unternehmerreise-Tag brachte dicht aneinander gedrängte Erlebnisse und Begegnungen der wirtschaftlichen, politischen und journalistischen Art. Noch im morgendlichen Dunkel brachte der Bus die AWV-Jade-Gruppe an den Rand der Metropole Hamburg: Finkenwerder ist der Standort von Airbus – und zugleich der drittgrößte Flugzeugbau-Standort der Welt. Marco Wagner, Personalchef für Airbus Deutschland, begrüßte die Teilnehmer mit einer Präsentation der Superlative: 54.000 Mitarbeiter, ein Jahresumsatz von fast 50 Milliarden Euro, ein Auftragsbestand für die nächsten zehn Jahre! Dass die letzten zwei Aussagen durchaus differenziert zu betrachten sind, wurde nicht versteckt: Dem Erfolgsmodell A320 stehen deutlich weniger Verkäufe des neuen Langstrecken-Flaggschiffs A380 gegenüber. Zehn Jahre Produktionssicherheit heißen immer auch, auf plötzliche Veränderungen gefasst sein zu müssen: Geopolitik, Katastrophen, politische Bündnislagen wechseln und gefährden stabilen Erfolg. Ein Beispiel? Seit der Präsidentschaft Donald Trumps sind die Fernreise-Passagierzahlen in die USA um ca. 30% rückläufig. Drohenden protektionistischen Tendenzen begegnet Airbus im übrigen mit der Eröffnung eines Werks in Alabama, um amerikanischer Hersteller zu werden. Bei der anschließenden Führung durch die Fertigung und Ausrüstung von A320 und A380 wurden gelebte Globalisierung und perfektionierte Warenströme transparent: Per Schiff angelieferte Flugzeugteile aus Nordenham und Varel, ergänzt um Kohlefaserbauteile aus Stade, aber auch die intensive Verschränkung von Fertigung und Montage mit dem Standort Toulouse machten plausibel, wozu ein Weltunternehmen logistisch in der Lage ist.